Gewürzmarkt
Geschmackshelden

Jungunternehmer erobern den Gewürzmarkt und setzen auf kreative Mischungen und Verpackungen.

Beste Ware Die Rohgewürze, die die Basis der Just Spices-Gewürze bilden, werden direkt von den Produzenten bezogen. © PR

Ein Teelöffel voll Orient, eine Messerspitze Wilder Westen oder eine Prise italienisches Dolce Vita: Noch nie war die Auswahl im Gewürzregal so groß. Denn es weht ein frischer Wind durch die lange Zeit etwas angestaubte Branche. Start-ups wie Rimoco, Just Spices oder Ankerkraut sind dabei, den Markt mit neuen Kreationen aufzumischen.

Bis heute ist der Hersteller Fuchs und seine Untermarke Ostmann stark im deutschen Einzelhandel vertreten. Hinzu kommen Kreationen von Promi-Köchen wie Alfons Schuhbeck oder Bio-Anbietern wie Herbaria. Doch die Nachfrage nach würzigen und gleichzeitig hochwertigen Mischungen ist offenbar so groß, dass sich auch einige Jungunternehmer etablieren konnten. Die Hamburger Manufaktur Ankerkraut, bekannt durch einen Auftritt in der Gründer-Show „Die Höhle der Löwen” (Vox), beliefert rund 2000 Geschäfte. Die bunten Dosen von Just Spices aus Düsseldorf sind fast flächendeckend in Supermärkten präsent. Und Rimoco-Gewürze findet man wie die beiden Mitstreiter im Online-Shop oder in Feinkostläden.

Im Sortiment führen sie Klassiker wie Paprika oder Curry, aber auch spezielle Salz- oder Pfeffersorten oder selbst kreierte Gewürzmischungen mit Namen wie „Magic Dust”, „Frühstückszauber” oder „Italian Allrounder”. Inspiration für die hauseigenen Mischungen holen sich die Hersteller vor allem auf Reisen – immer auf der Suche nach neuen Geschmacksrichtungen. Die hochwertigen Rohgewürze werden direkt aus den Anbaugebieten bezogen. „Derzeit ist die Vanille-Ernte in Madagaskar sehr knapp. Da wir nicht auf mindere Qualität umsteigen möchten, limitieren wir unsere Vanille-Produkte vorerst”, erzählt Anne Lemcke von Ankerkraut.

Wir wollen Gewürze endlich aus dem Schrank befreien.
Ole Strohschnieder, Just Spices
Feines Design Ankerkraut setzt auf Korkengläser. © PR

Die neuen Anbieter profitierten vom „Clean Eating”-Hype, der seit etwa zwei Jahren anhält, sagt Ben Albuzat vom saarländischen Unternehmen Rimoco. Die Kunden legten viel Wert auf Inhaltsstoffe. Die neuen Gewürzhelden produzieren deshalb alle ohne Zusatzstoffe, Konservierungsmittel und Rieselhilfen.

Herkömmliche Tütchen und Streuer sind passé. Damit die Kunden sich lange an Aroma und Farbe der Körner und ­Blätter erfreuen können, werden in den drei Manufakturen luftdichte Korkengläser oder lichtdichte Dosen samt Aromadeckel befüllt. Am Ende steht auch die Optik der Verpackung für neue, kreative Küche. Ole Strohschnieder, einer der drei Köpfe von Just Spices: „Wir haben coole Dosen gemacht, die Farbe in die Küche bringen. Wir wollen Gewürze endlich aus dem Schrank befreien.”