Foto: Thomas Pfeiffer

Meet Food – Essen erleben
Meet Food – Essen erleben

Meet Food heisst die neue Lust darauf, Lebensmittel zu erleben.

In der Berliner »Markthalle Neun« drücken sich Kinder die Nase an einer Glasscheibe platt, hinter der junge, tätowierte Metzger konzentriert Fleisch wolfen, es mit Kräutern würzen und in Naturdarm füllen. So also wer- den die Würste gemacht, die wenig später auf dem Grill landen! Junge Menschen stehen Schlange, die gläserne Metzgerei »Kumpel & Keule« kann die Nachfrage kaum bedienen. Nach Filets, die mit scharfen Messern vom Knochen gelöst werden, nach lange abgehangenem Rind, nach Landschwein von der Weide, das Eicheln und Streuobst gefressen hat anstatt Gen-Soja. Und wie man denn bitte die Beinscheiben zubereite? Wie lange sie zu kochen seien? Ach, und Lorbeer dazu und Piment, vielen Dank. All dies beantworten die gut gelaunten Metzger, die ihr Handwerk zu lieben scheinen.

Foto: Markthalle Neun

Menschen wollen Ihr Essen erleben

Immer mehr Menschen wollen ihr Fleisch, ihre Wurst und ihr Obst nicht nur »verbrauchen«. Sie wollen mehr darüber erfahren. Über das Produkt und über die Herstellungsbedingungen. Sie wollen riechen, schmecken, probieren – und Fragen stellen. »Meet Food« heißt der Trend, der neben dem Wunsch nach mehr Transparenz eine neue Form des Genießens in den Vordergrund rückt.

»Es ist eine Gegenbewegung zum ›unsichtbaren‹ Essen, das in Form von Convenience- oder sonstigen verpackten Produkten seit vielen Jahren einen großen Teil des Lebensmittelangebots ausmacht«, sagt die Foodtrend-Forscherin Hanni Rützler. Meet Food dagegen befriedige den Wunsch danach, Lebensmittel sinnlicher wahrzunehmen.

Eine Gegenbewegung zum „unsichtbaren Essen“

In der Hamburger Vollkornbäckerei Effenberg kann man sich zu Backstuben-Führungen anmelden, in Scharmbeck gibt es eine gläserne Bäckerei. Und in Ettal können die Besucher der Schaukäserei erleben, wie aus Milch Allgäuer Bergkäse wird.

Ludwig Maurer aus dem bayerischen Schergengrub, der Fleischpapst, wie man ihn nennt, nimmt sich den Wunsch der neuen Konsumenten besonders zu Herzen. In seinem Restaurant »Stoi«, untergebracht in einem alten Rinderstall, führt er zwischen den Gängen die Gäste auf die Weide zu seinen Wagyu- Rindern in Bio-Haltung. Meet, greet – and eat.

VIEL TRANSPARENZ:

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