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150 Maßnahmen für die Umwelt
Nachhaltige Mobilität? So geht’s

Was haben Ziegen, Bremsen und Kaffeebecher mit Umweltschutz zu tun? Unser Autor Thomas Soltau klärt auf

Wer mit einem Teenager unter einem Dach lebt, muss sich dieser Tage auf Diskussionen einstellen. „Was genau ist eigentlich dein Beitrag zum Umweltschutz?“, fragte mich meine 14-Jährige Tochter neulich. Begeistert erzählte ich ihr, wie wir in den 80er Jahren mit selbstgedruckten Anti-Atomkraft-Buttons am Parka auf die Straße gingen und gegen das Waldsterben demonstrierten. Sie rollte mit den Augen: „Schön und gut. Aber was tust du heute, um das Klima zu schützen?“ Nun ja. Müll trennen, auf Plastiktüten verzichten, energiesparende Lampen anbringen… Auch diese Argumente fielen bei meiner Tochter durch. Denn das mache „ja sowieso schon fast jeder“.

Aber einen Trumpf hatte ich noch in der Tasche. „Ich fahre Bahn.“ Auf diese Weise schütze ich das Klima, erklärte ich meinem Nachwuchs. Bereits seit 2013 fahren alle bahn.business-Kunden im DB Fernverkehr mit 100% Ökostrom. Ab 2020 gilt das auch für den DB-Nahverkehr. Das bedeutet: Von der Haustür bis zu meinem Geschäftstermin bin ich komplett CO2-frei mit der Deutschen Bahn unterwegs. Aber damit nicht genug. Um noch grüner zu werden, hat die Deutsche Bahn über 150 Maßnahmen im Klima-, Natur-, Ressourcen- oder Lärmschutz angeschoben. Das sind ganz unterschiedliche Ideen, die mal einen größeren und mal einen kleinen Effekt auf die Umwelt haben. Aber alle zusammengenommen ergeben sie einen riesigen Schritt in Richtung einer lebenswerten und nachhaltigen Zukunft.

„Und was sind das für Maßnahmen?“, fragte meine Tochter. Natur- und Artenschutz zum Beispiel, antwortete ich. So lässt die Bahn durch Ziegen, Wildpferde und Wasserbüffel ihre Flächen beweiden, damit sich dort seltene Pflanzen- und Tierarten entfalten können, bringt Nisthilfen für Wanderfalken an oder schützt auch ganz gezielt einzelne bedrohte Tierarten. Sie schafft unter anderem dem Auerhahn ein sicheres Zuhause oder verbessert die Lebensbedingungen für den Apollofalter, einer stark bedrohten Schmetterlingsart.

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Darüber hinaus ist es der Bahn wichtig, Ressourcen zu schonen. Wann immer es geht, wird Material neu aufbereitet und wiedereingesetzt. Bereits jetzt liegt die Recyclingquote bei 98 Prozent.

Auch die moderne Technik trägt zum Umweltschutz bei: Bei modernen Triebwagen und Lokomotiven arbeiten die Motoren beim Bremsen als Generatoren. So wandeln sie die Bremsenergie in Strom um, der in die Oberleitung zurückfließt. Dieser Strom kann dann wieder von anderen Zügen genutzt werden. Im Jahr 2018 waren das für die gesamte Flotte 1.349 Gigawattstunden Strom. Züge wie der ICE sparen damit in einem Jahr so viel Strom wie rund 400.000 Vier-Personen-Haushalte jährlich verbrauchen.

Wir Fahrgäste sind natürlich ebenfalls gefragt. Wir sparen Papier, weil wir die Tickets inzwischen digital buchen und im Handy bei uns tragen. Den Kaffee zum Mitnehmen holen wir uns in einem der schicken Mehrwegbecher der Bahn. Am Zielbahnhof angekommen, zeigt uns die App „Call A Bike“ wo das nächste Fahrrad steht, mit dem wir zum Termin radeln können.

„Das ist mein Beitrag zum Umweltschutz“, beendete ich meinen Vortrag. Meine Teenie-Tochter schaute mich mit leuchtenden Augen an. Das kommt in dem Alter nicht mehr oft vor, also sonnte ich mich im Licht ihrer jugendlichen Begeisterung – und zwar genauso lange, bis sie mir Block und Stift in die Hand drückte und sagte: „Okay, das Referat muss bis morgen fertig sein, ich bin jetzt verabredet. Danke, Papa!“

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