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Grippe-Zeit
Gesund durch den Winter

02/2020

Wer in den Wintermonaten auf Geschäftsreise geht, trifft potenziell auf viele Menschen, die Erkältungsviren verbreiten. WAGEN EINS zeigt, wie man sich schützt.

Mit einer Erkältung oder Grippe kann man sich überall anstecken. Doch an Orten, an denen viele Menschen zusammenkommen, wie etwa öffentlichen Verkehrsmitteln, potenziert sich die Ansteckungsgefahr. Bereits Erkrankte, die mit der Hand über Mund oder Nase wischen und danach Haltegriffe umfassen, oder niesen ohne den Ärmel vor den Mund zu führen, verteilen die Erreger auf viele Oberflächen.

Erkältungsschutz durch Hygiene

Deshalb ist der wirksamste Schutz auf Reisen eine routinierte Handhygiene. Oder, wie es Ferdinand Gerlach, Vorsitzender des Sachverständigenrats Gesundheit der Bundesregierung, einmal gegenüber „aerzteblatt.de“ sagte: „Die drei wichtigsten Regeln müssen lauten: Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen.“

Wer zudem möglichst selten Mund und Nase mit den Händen berührt, Umarmungen und Händeschütteln zur Begrüßung vermeidet und Abstand von niesenden oder hustenden Menschen hält, sorgt bereits selbst für einen guten Schutz vor den Erkältungsviren.

Da Viren beim Niesen bis zu 12 m weit fliegen, können Erkrankte ihre Kollegen schützen, indem sie in den Ärmel oder in ein Taschentuch niesen. Auch empfiehlt es sich, darauf zu achten, was man berührt. Plastikgriffe sind regelrechte Virenschleudern, Metalle hingegen töten Viren, indem sie Ionen abgeben.

Das Immunsystem aktiv stärken

Für Geschäftsreisende gehört der Kontakt mit anderen Menschen zum Berufsprofil. Ein passiver Schutz ist deshalb nicht immer möglich. Stattdessen empfiehlt es sich, das Immunsystem aktiv zu stärken. Neben ausreichend Schlaf, regelmäßigem Sport und gesunder Ernährung mit ausreichend Obst und Gemüse, kann man dem Immunsystem beispielsweise auch mit schnödem Wasser zur Seite stehen. Denn die geringe Luftfeuchtigkeit in vielen Büroräumen und Verkehrsmitteln sorgt für trockene Schleimhäute, die anfällig für Virenbefall werden. Viel trinken (mindestens 1,5 Liter Wasser oder Tee) hilft also, sowie auch das Einatmen von heißem (Getränke-)Dampf.

Weil Kaffee und Schwarztee dem Körper Flüssigkeit entziehen, empfehlen sich stattdessen Kräutertees, die in einer Thermoskanne mit in die Bahn genommen werden können. Probieren Sie zum Beispiel mal Zistrosentee aus dem kleinen Busch „Cistus Incanus“, der vornehmlich im Mittelmeerraum vorkommt. Sein Tee wirkt dreimal, beziehungsweise viermal antioxidativer als Grüntee oder Zitronensaft. Studien haben gezeigt, dass er das Wachstum von Viren blockiert.

Ein Hausmittel, das tatsächlich wirkt

Durch ihren heißen Wasserdampf wirkt beispielsweise auch die klassische Hühnersuppe schwellungslindernd. Zudem enthält sie viel vom entzündungshemmenden Eiweisstoff Cystein und große Mengen an Zink, das allgemein als gutes Erkältungsmittel gehandelt wird. Hinzu kommen sekundäre Pflanzenstoffe aus dem Suppengemüse. Ein Bund Petersilie enthält beispielsweise mehr Vitamin C als ein halbes Kilo Orangen. Wer kein ganzes Huhn aufkochen will, kann übrigens stattdessen auch Linsen verwenden, die etwas weniger Cystein aber doppelt so viel Zink wie Hühnerfleisch enthalten – auch eine Suppe aus Linsen und weiterem Gemüse (Sellerie, Zwiebel, Knoblauch, Lauch) ist also der Feind jeder Erkältung.
Tipp: Auch Suppe kann auf Geschäftsreise in einer Thermoskanne transportiert werden.

Vitamin-D-Mangel vermeiden

Interventionsstudien haben zudem gezeigt, dass die Anfälligkeit für eine Grippeinfektion mit dem Mangel an Vitamin D zusammenhängt. Normalerweise wird es bei Sonneneinstrahlung auf die Haut vom Körper selbst gebildet. In den Wintermonaten steht in unseren Breitengraden die Sonne allerdings so tief, dass die nötige UV-B-Strahlung nicht ausreicht, um den Vitamin-D-Spiegel im Blut konstant zu halten. Ohnehin würde die draußen verbrachte Zeit von Büroangestellten und Dienstreisenden nicht ausreichen. Die Folge sind geschwächte Immunsysteme und die jährliche Grippewelle.

Das Robert Koch Institut testete jugendliche und erwachsene Deutsche zwischen 2003 und 2011 auf den Vitamin-D-Gehalt im Blutserum. Ergebnis: Rund 46 Prozent der Jugendlichen und 56 Prozent der Erwachsenen wiesen einen mangelhaften Vitamin-D-Wert auf. Eine Hochdosistherapie mit Vitamin D sollte in jedem Fall mit einem Arzt abgesprochen werden.

Die passende Kleidung hilft

Schon die Römer brachten den grippalen Infekt sprachlich mit Kälte in Verbindung. Wahrscheinlich wird hierbei seit jeher Ursache und Wirkung vertauscht, denn das „Frösteln“ ist eines der ersten Symptome einer Erkältung. Eine Erkältung, die ausschließlich durch Kälte ohne Einwirkung von Viren entsteht, gibt es dagegen nicht. Dennoch ist eine konstante Körpertemperatur wichtig für eine funktionierende Immunabwehr. Wer also viel mit der Bahn reist, sollte sich lieber ein wenig wärmer anziehen. Denn offene Türen und Fenster, sowie kalte Räume kühlen den Körper aus und bieten bei einem ohnehin schon schwächelnden Immunsystem den Boden für Virenbefall. Und dagegen hilft nur ein dicker Pullover.

WAGEN EINS

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