Mobilität der Zukunft bei der Deutschen Bahn
© Anton Hallmann/Sepia

Mobilität
App durch die Mitte

Fliegende Autos, selbstfahrende Züge: Auf dem Mobilitäts-Symposium der deutschen Bahn blickten Experten weit in die Zukunft. Klar ist schon jetzt: das Smartphone entwickelt sich zum intelligenten Reiseassistenten.

Ein auswärtiger Termin, auch noch abseits der Innenstadt? Früher bedeutete dies meist, in den Firmen­wagen zu steigen – und zu hoffen, dass einem ein Stau keinen Strich durch die Rechnung macht. Mittlerweile hat sich die Bahn als bequemes Verkehrsmittel zwischen den Metropolen etabliert. Weiter geht’s dann mit Taxi, öffentlichem Nahverkehr, Carsharing- oder Mietfahrrad-Services. Sekundenschnellzeigt das Smartphone die beste Verbindung für die Weiterfahrt, je nach Wetter, Zeitfenster oder Budget. Doch das ist erst der Anfang, wie auf dem Tagessymposium der Deutschen Bahn zur „Zukunft der Mobilität“ klar wurde.

Bereits zum zweiten Mal hatten die Deutsche Bahn und der Travel Industry Club zum großen Netzwerktreffen der Mobilitätsbranche in Frankfurt eingeladen. Einblicke ins Thema gaben Trend- und Mobilitäts­forscher ebenso wie Vertreter aus Wissenschaft und Industrie, von Carsharing- und Mietfahrrad-Anbietern. Denn der Trend zur Digitalisierung und die zunehmende Individualisierung der Mobilität stellt alle Verkehrsunternehmen vor neue Herausforderungen, die nur gemeinsam zu lösen sind.

Ein digitales Gerät wird prognostizieren, was ich zu tun habe. Und ich werde dem Gerät vertrauen, weil es bessere Prognosen macht als jeder Mensch.

Eine zentrale Rolle nimmt dafür zum Beispiel das Smartphone ein, das sich zum intelligenten Mobilitäts­assistenten entwickeln wird. Morgens befragt, etwa für einen Termin um zehn Uhr im Büro, schlägt es künftig selbständig eine Bahnverbindung vor, wenn für die Straßenverbindung ein Stau gemeldet ist. „Ein digitales Gerät wird prognostizieren, was ich zu tun habe. Und ich werde dem Gerät vertrauen, weil es bessere Prognosen macht als jeder Mensch“, lautet ein Ausblick. Ein weiterer wesentlicher Punkt der zuneh­menden „Vernetzung“ ist On-Demand-Mobility und Carsharing – mit dem Vorteil, immer ein Auto zur Verfügung zu haben, ohne noch selbst eines zu besitzen. Denn gemeinsam genutzte Fahrzeuge sind im Idealfall immer reihum in Bewegung. Das bedeutet mehr Platz für Fahrräder und Fußgänger vor allem in den Städten.

Langzeitprognosen sehen bis zum Jahr 2025 sogar das Ende des Firmenwagens nahen. Mitarbeiter könnten dann über ein eigenes Mobilitätsbudget verfügen und zwischen den Angeboten aus Individual- und öffentlichen Verkehrsmitteln frei wählen. Auch der Auto­fahrer selbst steht auf dem Prüfstand – Stichwort „auto­nomes Fahren“: „Irgendwann wird es gar kein Lenkrad mehr geben“, lautet eine weitere diskutierte These zur Zukunft der Mobilität. Wem das noch nicht futuristisch genug war, dem präsentierte das Unternehmen Google mit der Idee eines fliegenden Autos eine Utopie. Übrigens könnten auch Züge in der digitalen Zukunft vollautomatisch fahren.

Die digitale Plattform "Mobilität 4.0" gibt die persönliche Reiseroute vor und kombiniert passende Verkehrssysteme wie Bahn, Carsharing und Call-A-Bike.

Bis es so weit ist, steht die Mobilitätsplattform 4.0 im Zentrum der digitalen Bahn-Zukunft. Unter diesem Begriff bündelt das Unternehmen Projekte zum digitalen Reisealltag von morgen.

Wie sieht der Reisealltag von morgen aus?

Ein Schwerpunkt sind zum Beispiel Anwendungen und Apps, die automatisch etwa verschiedene Verkehrsmittel miteinander vergleichen, kombinieren und persönliche Reiseempfehlungen von Tür zu Tür zum stets günstigsten Preis auf das Smartphone des Nutzers schicken. Um die Vorteile und technischen Möglichkeiten einer solchen Vielfalt auszuloten, haben sich Gründerzentren wie die Berliner „Mindbox“ der Deutschen Bahn gebildet.

Vor allem Geschäftsreisende wollen demnach Verkehrsmittel immer flexibler, spontaner und individueller kombinieren. Von den neuen, digitalen Möglich­keiten sollen aber alle Kunden profitieren.