Geschäftsleute während einer Kaffeepause im Auditorium
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Geschäftsreisen
Sieben Tipps fürs Networking unterwegs

09/2020

Ein gutes Netzwerk ist ein entscheidender Karrierefaktor. WAGEN EINS gibt sieben Tipps, wie Sie Ihre Geschäftsreise ideal fürs Networking nutzen.

Eine Präsentation vom Sofa aus zu halten, sich kurz mit den Kollegen aus den USA besprechen oder die neuesten Zahlen in die Video-Konferenz hochladen: Für viele Menschen ist das inzwischen Alltag. Die Corona-Pandemie hat dem digitalen Arbeiten einen enormen Entwicklungsschub verpasst. Statt Kunden und Kollegen persönlich zu begegnen, trifft man sich heute virtuell. Das spart natürlich Zeit. Doch ein wichtiger Karrierefaktor geht ohne das Geschäftsreisen rasch verloren: Das Netzwerken.

70 Prozent der deutschen Arbeitnehmer glauben, dass Networking wichtig für die Karriere ist – egal ob für den Karrierestart oder die nächste Beförderung. Dies ergab 2019 eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts OnePoll. Eine weitere Studie, ebenfalls 2019 im Auftrag des Deutschen Reiseverbands (DRV) durchgeführt, zeigt, dass der direkte Kontakt noch immer deutlich beliebter ist als seine digitale Variante. Der Austausch mit anderen motiviert und hilft, neue Ideen zu entwickeln. Sympathien lassen sich viel schneller erkennen und stärken, wenn man sich gegenübersitzt (auch mit Maske), gemeinsame Erinnerungen an das Essen vom Business-Lunch schaffen eine tiefere Bindung. Geschäftsreisen sind dafür noch immer die beste Gelegenheit, weil sie Anlässe geben, um Bekanntschaften zu pflegen oder neue zu knüpfen. Zudem fällt vielen das Netzwerken unterwegs leichter: Wenn Familie, Freunde, Hobbys oder der Haushalt nicht ablenken, bleibt mehr Zeit für den Aufbau neuer Kontakte. WAGEN EINS verrät Ihnen sieben Tipps, wie Sie Ihre nächste Geschäftsreise zum Netzwerken nutzen.

1. Machen Sie Ihre Reise bekannt

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie sind Reisen, ob dienstlich oder privat, seltener geworden. Lassen Sie Ihre Umgebung daher wissen, wenn Sie auf Dienstreise gehen. Gleich ob über Linked-In, Ihren Instragram-Account oder das Alumni-Netzwerk – wenn Sie absehen können, dass Sie unterwegs Zeit für Networking haben, teilen Sie Ihre bevorstehende Fahrt einige Tage vor Reiseantritt mit. So steigern Sie nicht nur Ihre Präsenz, sondern sparen sich auch Arbeit, indem Sie andere auf sich zukommen lassen.

2. Trainieren Sie

Es mag komisch erscheinen, aber neue Leute kennenzulernen, ist vor allem eine Frage des Trainings. Wie stelle ich Fragen, ohne mein Gegenüber auszuhorchen, wie viel erzähle ich von mir, damit ich Interesse wecke, aber mich nicht in den Vordergrund dränge, wie schaffe ich die Balance zwischen Smalltalk und Geschäftsthemen? Je öfter Sie sich auf neue Begegnungen einlassen, desto sicherer werden sie in diesen Fragen. Setzen Sie sich daher ein Ziel: Treffen Sie jeden Tag fünf neue Menschen und tauschen Sie Kontaktdaten aus. Egal ob diese Personen in Ihrer Branche tätig sind oder nicht. Übung macht den Netzwerker.

3. Essen Sie nicht alleine

Was in vielen Club-Urlauben gilt, ist auch auf Dienstreise ein nützliches Credo: Essen Sie nicht alleine. Zwar machen die Corona-Beschränkungen den gemeinsamen Lunch nicht einfacher, doch auch mit 1,5 Meter Abstand lässt sich noch gut reden. Informell und geschäftlich zugleich – das Business-Essen, ob zum Mittag, am Abend oder zwischendurch, ist noch immer eine der besten Gelegenheiten, Menschen zu treffen. Überlegen Sie daher, wann Sie bei wem in der Nähe sind, welche Anlässe es für ein Treffen geben könnte, ob Feierabendbier oder Restauranteröffnung, und planen Sie so Ihre Mahlzeiten. Und selbst wenn Sie merken, dass Ihr neuer Kontakt wenig Anknüpfungspunkte bietet, haben Sie am Ende (hoffentlich) gut gegessen und keine Zeit verloren.

Zwei Geschäftsleute diskutieren am Fensterplatz eines Restaurants
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4. Lassen Sie keine Gelegenheit aus

Ob im Fahrstuhl, in der U-Bahn, im Bordrestaurant, am Gleis oder im Fitnessstudio des Hotels – gehen Sie auf Menschen zu. Jemand liest ein Buch, das Sie kennen, fährt in die gleiche Etage wie Sie oder sitzt alleine am Tisch: Seien Sie offen für neue Begegnungen, sprechen Sie Menschen an und lassen Sie sich überraschen, mit wem der Zufall Sie zusammenführt. Sie werden überrascht sein, auf wie viel Neugier Sie dabei stoßen. Und zeigt jemand einmal kein Interesse an Ihnen, ist das weit weniger schlimm als eine verpasste Chance.

5. Kennen Sie Ihre Ziele

Zufallsbegegnungen können Sie in unverhoffte Richtungen bringen. Doch zusätzlich sollten Sie einen Plan haben, wen Sie treffen wollen und wieso. Im Grunde kommen zwei Arten von Menschen in Frage: Menschen, die ähnliche Ziele verfolgen wie Sie. Mit ihnen können Sie sich zusammentun, austauschen, gemeinsame Pläne entwickeln. Und Menschen, die bereits dort sind, wo Sie hinwollen. Von ihnen können Sie lernen, sich inspirieren lassen oder Tipps holen, wie Sie auch eines Tages dorthin gelangen. Für beide Arten gilt: Finden Sie jemanden, den Sie unbedingt treffen wollen, schauen Sie, ob Sie gemeinsame Kontakte für eine Einführung haben, versuchen Sie ein Essen oder ein Meeting zu dritt zu arrangieren. Und seien Sie ergebnisoffen.

6. Erwarten Sie nichts – geben Sie alles

Was will ich eigentlich? Das sollten Sie sich im Vorfeld einer Begegnung gut überlegen. Und dann bitte mit dieser Information haushalten. Wenn Sie Ihren Kontakten das Gefühl geben, Sie wollten diese nur benutzen, werden Sie auf verschlossene Türen stoßen. Seien Sie ergebnisoffen und schauen Sie, welche gemeinsamen Interessen es gibt und wohin sie Sie führen. Gleichzeitig ist es hilfreich, Ihrem Gegenüber klare Vorhaben zu benennen. Eine Firmengründung, ein Jobwechsel, eine Idee, bei der Sie Hilfe brauchen? Oder einfach, weil die andere Person einen interessanten Lebenslauf hat. Lassen Sie Ihre Verabredung wissen, weshalb Sie den Kontakt hergestellt haben.

7. Bleiben Sie in Erinnerung

Bedanken Sie sich im Anschluss an ein Kennenlernen für das nette Gespräch. Sie müssen dafür gar nicht viel schreiben, zeigen Sie mit einer kurzen Nachricht nur, dass Sie die Begegnung ernst nehmen. Und versuchen Sie, in Kontakt zu bleiben. Nehmen Sie sich vor, alte Bekanntschaften alle paar Wochen oder Monate anzurufen oder ihnen zu schreiben. Ein kurzes Update genügt: Was gibt es Neues bei Ihnen, was beim Anderen. Gute Kontakte leben vom Geben und Nehmen – und von regelmäßiger Pflege. So bauen Sie Ihr Netzwerk stetig weiter aus und eröffnen sich wieder neue Möglichkeiten für die nächste Geschäftsreise.

WAGEN EINS

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